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Marabout

Die Islamisierung von the Gambia begann zwar früh, zog sich jedoch über Jahrhunderte hin und kam erst im 19. Jahrhundert zum Abschluss. In bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen versuchten Islamische Fulbe mit fanatischen Eifer die mächtigen und noch tief in ihren alten religiösen Glaubenspraktiken verwurzelten Mandingo Könige (auch Sonike genannt) zum Islam zu bekehren. Dabei waren die religiösen Führer sogenannte Marabouts. Ihre Funktion hat sich mit dem Verlauf der Zeit drastisch geändert. Von der Bevölkerung werden sie heutzutage eher als eine Art Hexenmeister angesehen, die den Islam und urafrikanische Rituale miteinander verbinden. Genau solch einen Marabout wollte ich selber einmal besuchen. Es musste ja schließlich noch ein besonderes Weihnachtsgeschenk besorgt werden. Nach ein wenig rumfragen machte ich direkt einen sehr alten und weisen Marbouts in Bakau ausfündig. Die Menschen kommen zu ihnen, wenn sie Probleme haben, die sie alleine nicht lösen können. Ich habe schon von vielen Leuten Geschichten über Marabouts gehört. Manche glauben an sie und andere eher nicht. Dieser Marabouts soll wohl angeblich nach einen Einbruch bei einer befreundeten Familie genau den Täter ermittelt haben. Nach einer Fahrt tief in die Slums von Bakau treffen wir auf einen Alten Mann, der im Schatten eines jungen Mangobaumes auf seinem Gebetsteppich sitzt. Wir unterhielten uns eine Weile, während Father als Dolmetscher diente und ich fragt ihn schlussendlich nach einem Juju. Jujus sind kleine Armbänder, die unterschiedliche Fähigkeiten besitzen. Manche machen einen unverwundbar, es gibt berichte von Menschen die so Immun gegen Angriffe mit klingen waren. Es gibt jujus, die dich stärken, oder welche die dir Glück bringen & alles böse von dir fern halten. Letztere Fähigkeiten hatten nun mein Interesse geweckt. Der Marabout willigte ein und erklärte mir genau was ich machen soll, damit das Juju auch ihre volle Macht entfalten kann. Es mussten also noch einige Aufgaben erledigt werden, damit das „Juju“ auch seine Wirkung zeigt. Ich muss ein weißes Schaf und 2 Hühner opfern. Das Schafsfleisch soll an 7 Compounds(Grundstücke in denen zu meist ein großer Teil einer Familie lebt) verschenkt werden und die Hühner und 9 Colanuts sollen gekocht werden und an mindestens 9 Kinder verteilt werden. Also ging es eine Woche nach dem Marabout besuch auf dem Markt zum einkaufen. Das Schaf im Kofferraum verstaut ging es weiter nach Serrekunda um Hühner zu besorgen. Ich musste sehr anfangen zu lachen, als sie mir die lebenden Hühner in der selben Plastiktüte verpacken wollen, in der ich ansonsten mein Tappalappa bekomme. Angekommen in meinem Compound wurde ich erst einmal in die Schlachtrituale der Muslime eingeweiht. Es gibt bestimmte Waschrituale, die eingehalten werden müssen. Ich muss aber nicht nur körperlich rein sein, sondern auch im Geist. Das heißt ich darf keinen Alkohol oder ähnliches vorher konsumiert haben. Außerdem muss ich vorher noch auf arabisch um Verzeihung für das Opfer bitten. Nach diesem Ritual schnitt ich erst den beiden Hühner die Kehle durch, bevor es an das Schaf ging. Eines der Hühner ist mir sogar entwischt und ohne kopf noch über den Hof gerannt. Das Schaf war dann schon noch einmal eine Nummer schwieriger. 2 Männer hielten das Schaf fest, während ich mit einem größerem Messer ihm die Kehle durchtrennte. Nach einer Unterrichtsstunde im häuten, durfte ich zusehen, wie alle guten Fleischstücke einfach willkürlich kleingehackt wurden. Jeden deutschen Metzger hätte dieser Anblick von den Socken gehauen. Sally hat sich währenddessen schon um den Reis und die passende Beilage gekümmert. Das Essen an sich hatte etwas von einer Raubtier Fütterung. Allesamt saßen wir auf dem Boden bei mir im Hinterhof und aßen gemeinsam mit den Händen aus den Reißschalen.
15.1.14 20:51


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Verkehr

Father hatte sich angeboten mir Fahrstunden in Gambia zu geben. Nach kurzer Zeit der Übung ging es denn auch schon direkt in den chaotischen gambischen Verkehr. Eine sehr lustige und vor allem andere Erfahrung. Die Hupe wird hier als Universalinstrument genutzt. Auch ich musste lernen dass es unmöglich ist ohne zu Hupen auch nur 200 Meter voran zu kommen. Ich bin mal gespannt wie sich diese Erfahrung auf dem einsatz im deutschen Straßenverkehr auswirken wird.
15.1.14 20:50


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